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Pressestimmen zur Show 'BOOM! Rhythm & Varieté'

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Mit „Rhythm & Varieté“ ist überschrieben, was der Regisseur und künstlerische Leiter Urs Jäckle mit „Boom!“ als Quadratur des Kreises versucht: ein Varieté-Nummernprogramm, das aus der bloßen Nummernabfolge ausschert, ohne den Varieté-Charakter zu verlieren und die Wirkung der einzelnen Nummern abzuschwächen. Das also die künstlerische Vielfalt der Darbietungen in eine homogene Dramaturgie einzubetten versteht. Da hat die Idee einer Artisten-WG als szenische Klammer einiges für sich. Ebenso, dass Jäckle auf ein inszenatorisches Leitmotiv setzt, das noch für jedwede und zumal darstellende Kunst eine Grundessenz ist: Rhythmus. Für eine Varieté-Show mutet das so naheliegend an wie fast banal. Geht aber bestens auf. (…)

Es ist insgesamt eine künstlerisch reizvolle internationale Wohngemeinschaft, die in „Boom!“ die Bühne bezogen hat, über die die Russin Olga Golubeva in Sieben-Meilen-Schritten fliegt, wenn sie am Schwebenden Mast zeigt, dass auch Gravitation nur eine Frage der Relation ist. Sarah Louis-Jean aus Kanada sucht die schon lange nicht mehr schlafende WG wie eine Traumerscheinung heim. Dabei versetzt sie ihre Boleadoras, also jene an einem Ende mit Gewichten versehene Leinen, die in ihrer ursprünglichen Bestimmung recht archaische Wurfwaffen sind, in ein wildes Kreisen und Mäandern, das im Bühnenlicht hypnotische Wirkung entfaltet. Eine Wirkung, zu der das hart klackende Auf-den-Boden-Schlagen der Boleadoras-Enden ausgesprochen effektvoll beiträgt. (…)

Peter Korfmacher, Leipziger Volkszeitung, 10.08.2019

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Band-Musik erklingt und die Action geht los, wobei ganz normale Alltagsgegenstände auf kreativste Weise zu Requisiten umfunktioniert werden. (…)

Egal ob Sänger oder Akrobat – in BOOM! beweist jeder Darsteller mehrere Talente, allen voran der Russe Denis Klopov, der sowohl mit Glasharfe als auch Balldrehen fasziniert. Die Clowns von Duo Gama sorgen ohne Worte, dafür aber mit einem besonderen Flötenkonzert und weiteren ungewöhnlichen Musiknummern für ein vor Lachen tobendes Publikum. Die Kostüme sind modern gehalten und der WG-Atmosphäre thematisch angepasst. Typisch Varieté sind dagegen die glitzernden Kleider der Boleadoras-Künstlerin Sarah Louis-Jean vom Cirque du Soleil. Das Publikum geht mit, sowohl bei den vielen Mitmach-Nummern von Mando, als auch bei den bekannten Songs, gecovert vom Leipziger Sänger Martin Marschall. Nach der Pause sind weitere spektakuläre Programmpunkte und funkelnde Lichtshows zu erwarten. Meine persönlichen Highlights sind die erotische Hand-auf-Hand-Balancenummer der Wettkampfsportler Alex & Liza sowie Olga Golubevas Schuh-Suche am schwebenden Mast. Applaus für diesen unvergesslichen Abend im modernen Varieté!

Urbanite, 09/2019